Ginkgo biloba - Aufzucht, Inhaltsstoffe & Wissenswertes

Ginkgo biloba - wissenschaftliche Studien *

Während in einigen Regionen der Welt die ganzheitliche Behandlung des Menschen selbstverständlich ist, prallen in anderen Ländern wie beispielsweise in Deutschland die Ansichten der alternativen Medizin und die der Schulmedizin hart aufeinander. Dabei wäre es wünschenswert, dass Hand in Hand zusammengearbeitet würde. Kritiker der alternativen Anwendungen sehen oft nur diejenigen Wirkungsweisen für den Patienten als nutzbringend an, die sich durch Untersuchungen und Studien beweisen lassen. Dies ist auch beim Ginkgo biloba der Fall, insbesondere wenn er zur Behandlung von Demenz-Erkrankungen eingesetzt wird.


Schwierigkeit bei der Auswertung von Demenz-Studien

Vorweg sei erwähnt, dass sich Studien zu den Behandlungsmethoden von Demenz-Erkrankungen nur zu einem gewissen Grad präzise auswerten lassen. Das liegt daran, dass Demenz-Patienten häufig die Ausdauer zur Teilnahme an Langzeitstudien fehlt. Sie brechen ihre Mitwirkung nicht selten vorzeitig ab, so dass sich ihre Aussagen später kaum verwerten lassen.

Eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass gerade an Demenz Erkrankte oft nicht in der Lage sind, ihre Lebensqualität sowie den Grad an körperlicher Aktivität und Hirnleistung real einzuschätzen, geschweige denn, ihn präzise zu beschreiben. Doch eben diese Aussagen spielen bei der Auswertung der Studien eine entscheidende Rolle.

Hinzu kommt, dass Schulmediziner als nachweisbare Effekte diejenigen Veränderungen im Gesundheitszustand als relevant einstufen, die sich in deutlichen Ergebnissen ausdrücken. Dabei dürften selbst die Verhinderung des massiven Fortschreitens der Demenz oder die vorübergehende Besserung auch scheinbar unwesentlicher körperlicher und psychischer Befindlichkeiten für die Betroffenen eine enorme Erleichterung darstellen. Insofern darf es nicht verwundern, dass sämtlichen Studien zur Wirksamkeit von Ginkgo biloba, Ginkgo-Extrakten oder -medikamenten die Eindeutigkeit fehlt.

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen befürwortet hoch konzentrierte Ginkgo-Medikamente

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat zum Thema Wirksamkeit von Ginkgo-biloba-Medikamenten diverse Studien durchgeführt. Dabei kamen die Produkte bestimmter Hersteller sowie unterschiedliche Dosierungen zum Ansatz. Während niedrig dosierte Wirkstoffe im Vergleich zu Placebo-Mitteln kaum Vorteile boten, geht man davon aus, dass hochdosierte Produkte sehr wohl die Lebensqualität von Alzheimer-Patienten verbessern können. Näheres hierzu ist unter folgendem Link zu finden: www.gesundheitsinformation.de. Dabei wurde dem Erledigen von Hausarbeiten eine ebenso große Bedeutung beigemessen wie dem Bewältigen alltäglicher Aufgaben und der Besserung von Depressionen beziehungsweise Wahnvorstellungen. Anscheinend reagieren jüngere Betroffene besser auf die Wirkstoffe als ältere Menschen.

In Frankreich Studie mit beinahe 3.000 Alzheimer-Patienten durchgeführt

Auch französische Wissenschaftler des Universitätsklinikums Toulouse nahmen sich dem Thema Ginkgo und dessen Effekten auf die Alzheimer-Erkrankung an. An ihrer Studie nahmen über 2.800 Betroffene teil, die das 70. Lebensjahr bereits überschritten hatten. Die Einnahme der Medikamente erfolgte unter ärztlicher Aufsicht über drei Monate. Anschließend wurden die Teilnehmer ärztlich untersucht und über einen Zeitraum mehrerer Jahre beobachtet. Auf den ersten Blick schienen die Wirkstoffe des Ginkgos weder die bestehende Erkrankung zu verbessern noch vorbeugend zu wirken. Nach einer Zeit von vier Jahren allerdings konnte man feststellen, dass der präventive Effekt doch gegeben ist (siehe hier: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22959217). Dies lässt darauf schließen, dass das Medikament in einer ausreichend hohen Dosierung und über längere Zeit hinweg eingenommen werden muss. Aus wissenschaftlicher Sicht kann diese Studie durchaus als wegweisend in der Vorbeugung zur Demenz und zu Alzheimer angesehen werden.

Eindeutige Wirksamkeit bei Tinnitus bewiesen

Weniger als zur Wirksamkeit bei Demenz gehen die Meinungen beim Thema Hilfe bei Tinnitus durch Ginkgo biloba auseinander. Insgesamt acht Studien führten Forschungsgruppen hierzu durch. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, laut Schilcher et al. (Schilcher H, Kammerer S, Wegener T. Leitfaden Phytotherapie. Urban & Fischer Verlag; 2010) nahmen unter der Einnahme von Ginkgo-Präparaten die Ohrgeräusche deutlich ab. In akuten Phasen halfen sie augenscheinlich besser als bei einem chronischen Verlauf. Eine Rolle dürfte dabei die Ursache für den Tinnitus spielen. Häufig sind Durchblutungsstörungen, verbunden mit Problemen im Halswirbelsäulenbereich, die Auslöser. Da die Erkrankung bisher nicht eindeutig erforscht ist, müssen die Therapien individuell ausprobiert werden.


* Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gemachten Informationen wird keine Gewähr übernommen. Die hier vorgestellten Informationen stellen keine Form der Beratung dar. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt.

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